Hautkrebsfrüherkennung

Prävention und Hautkrebsfrüherkennung

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Kaum ein anderes Organ zeigt eine rasantere Häufigkeitszunahme an malignen (bösartigen) Tumoren, als die Haut. Andererseits lässt sich kein anderes Organ des Menschen einfacher, genauer und effektiver untersuchen als die Haut. In Deutschland erkranken jährlich nahezu 150.000 Menschen an Hautkrebs. In aller Regel ist Hautkrebs in den frühen Stadien heilbar. Daher ist die Prävention (Hautkrebsvorsorge und Früherkennung) mit rechtzeitiger Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung in der Dermatologie. Die empfohlenen Untersuchungsintervalle richten sich nach dem individuellen Risiko des Patienten, das im Rahmen der ersten Untersuchung erstellt und mit dem Patienten besprochen wird.

 

Bei einer Hautkrebsvorsorge, auch Hautkrebsscreening genannt, wird zunächst eine kurze Befragung zu Risikofaktoren (Anamnese) durchgeführt. Im Anschluss erfolgt die Untersuchung der gesamten Haut, inklusive der Kopfhaut, der Hände und Füße, der sichtbaren Schleimhäute und, soweit gestattet, des Genitalbereiches. Abschließend wird der Patient individuell, auf sein persönliches Risikoprofil abgestimmt, beraten. Das Screening dauert circa zehn bis fünfzehn Minuten und erfolgt ganz im Vertrauen des behandelnden Dermatologen.

Beim Screening wird die Haut auf alle Formen des Hautkrebses und seiner Vorstufen hin gezielt untersucht. Insbesondere wird nach den drei am häufigsten vorkommenden Hautkrebsarten, dem Basalzellkarzinom, dem spinozellulären Karzinom und dem malignen Melanom („Schwarzer Hautkrebs“) geschaut. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Vielzahl weiterer Hautkrebsarten, die der Facharzt für Dermatologie sicher zu erkennen weiß. Sind auffällige Hautveränderungen identifiziert, werden geeignete Maßnahmen zur Klärung der Diagnose beziehungsweise zur Entfernung der suspekten Hautveränderung eingeleitet.

Neben der Untersuchung der Haut gibt der Dermatologe wichtige Tipps für den richtigen Umgang mit der Sonne und informiert Sie, welche weiteren Krebsfrüherkennungs- und Gesundheitsuntersuchungen ab welchem Lebensalter angeboten werden.

Da Hautkrebs in frühen Stadien so gut wie immer heilbar ist, ist die rechtzeitige Erkennung durch den erfahrenen Facharzt maßgeblich entscheidend für den weiteren Verlauf der Erkrankung!

Bundesweit haben gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr mindestens alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung durch den Facharzt für Dermatologie. Die überwiegende Zahl aller Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Vorsorgeuntersuchung auch schon in wesentlich jüngeren Lebensjahren – teilweise bereits ab der Geburt.

Die Auflichtmikroskopie, auch Dermatoskopie genannt, ist ein nichtinvasives und einfaches Untersuchungsverfahren der Dermatologie, das insbesondere zur Früherkennung von bösartigen Tumoren der Haut eingesetzt wird. Hierbei wird die Haut mit einem Mikroskop unter Zuhilfenahme von polarisiertem Licht bis in tiefere Schichten betrachtet.

Wesentliches Einsatzgebiet der Dermatoskopie ist die Erkennung der verschiedenen Formen des Hautkrebses und deren Abgrenzung von gutartigen Hautveränderungen. Sie wird zudem bei der Beurteilung von Parasiten (zum Beispiel bei Krätze), Fremdkörpern und Einblutungen eingesetzt.

Hautveränderungen und insbesondere auch Muttermale, die sich über die Zeit verändern oder neu hinzutreten, gilt ein besonderes Augenmerk. Um diese sicher erkennen zu können, verwenden wir die computergestützte Video-Auflichtmikroskopie und digitale Fotodokumentation, die einen unmittelbaren Vergleich zwischen aktuellen und älteren Aufnahmen ermöglicht und Veränderungen von Muttermalen präzise darlegt. Hierdurch kann die Qualität der Abgrenzung von gutartigen und bösartigen Hautveränderungen signifikant verbessert und somit unnötige Operationen vermieden werden.

Nevisense ist ein Gerät zur Früherkennung des schwarzen Hautkrebses. Es ergänzt die zuvor beschriebenen, klassischen Diagnosemöglichkeiten und kann die Erkennungsrate steigern. Es werden Veränderungen in der Struktur, der Ausrichtung, der Größe und des Typs der Hautzellen bis zu einer Tiefe von 2,5 mm unter der Hautoberfläche gemessen, unabhängig von Pigmenten oder anderer optisch sichtbarer Merkmale. Die Messergebnisse werden in eine Skala von 0 bis 10 eingestuft. Ergebnisse größer als Stufe 4 werden als positiv (krebsverdächtig) bewertet.

Vor wenigen Jahren wurden bestimmte Formen des weißen Hautkrebses und seiner Vorstufen in den Katalog der Berufserkrankungen aufgenommen. Entwickeln Angehörige von Berufsgruppen, die häufig intensiver, natürlicher Sonnenstrahlung ausgesetzt sind (Straßenbau, Landwirtschaft, Dachdeckerei, Zimmerei und viele mehr), Frühformen des weißen Hautkrebses, sogenannte “aktinische Keratosen” oder gar Stachelzellkarzinome der Haut, so kann der Dermatologe bei einer bestimmten Anzahl von Berufsjahren der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) eine Berufserkrankung anzeigen. Nach Anerkennung dieser Berufserkrankung übernimmt die BG die Kosten der bestmöglichen Therapie und Nachsorge auf einem Niveau, das gesetzlich Versicherten sonst nur durch private Zuzahlung zugänglich wäre. Sie erfahren bei uns eine kompetente Beratung und Unterstützung rund um das Thema “Berufserkrankung Hautkrebs”.

Sonnenschutz
Die unmittelbare Sonneneinstrahlung kann Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs fördern. Durch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln ist der Schutz der Haut möglich. Die rasante Häufigkeitszunahme von Hautkrebs hängt unter anderem mit den sich ändernden Lebensgewohnheiten und Freizeitaktivitäten (unter anderem Sonnenbaden) sowie der Abnahme der schützenden Ozonschicht zusammen. Besonders Kleinkindern schadet direkte Sonnenstrahlung, da die Eigenschutzmechanismen der Haut noch nicht voll entwickelt sind. Meiden direkter Sonneneinstrahlung, Aufenthalt im Schatten, Verwendung von Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor sowie Tragen von Kleidung und Kopfbedeckung sind die wichtigsten präventiven Maßnahmen, die Sie selbst aktiv gestalten können.

Selbstuntersuchung
Besonders Menschen, die einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs (insbesondere einer hohen UV-Belastung) ausgesetzt sind, sollten Ihre Haut regelmäßig und sorgfältig betrachten. Hautkrebs wird sehr häufig durch den Patienten selbst oder seinen Lebenspartner entdeckt!

Die ABCD-Regel ist eine gute Grundlage, um Hautveränderungen als verdächtig zu identifizieren:

Asymmetrie: Ein Fleck, der nicht symmetrisch ist.
Begrenzung: seine Begrenzung ist unregelmäßig/gezackt.
Color (Farbe): Hat ein Muttermal viele Farbtöne oder ist es sehr dunkel, sollte es untersucht werden.
Durchmesser: Pigmentflecken, deren Durchmesser größer als 5mm sind.

Ein wichtiger Bestandteil der Prävention ist die regelmäßige Durchführung einer Hautkrebsvorsorge durch den Facharzt für Dermatologie. Im Rahmen des Hautkrebsscreenings können schnell gutartige von bösartigen Hautveränderungen unterschieden und bei Bedarf notwendige Maßnahmen durchgeführt werden.

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